Fortnerhaus Max-Josefs-Platz 20 · Rosenheim
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Seit dem 13. Jahrhundert

Bewegte Geschichte eines Rosenheimer Bürgerhauses

Die schmuckvolle Rokoko-Fassade, die spitzbogigen Arkaden und die stattlichen Gewölbe laden zum Blick auf vergangene Zeiten. Das Anwesen beinhaltet seit der Grundsteinlegung fast alle kunstgeschichtlichen Epochen von der Romanik über Gotik und Barock bis hin zur Moderne.

Chronik

Auf den Spuren der Baugeschichte

  • 13. Jh.Der Siedlungskern um Sankt NikolausDer alte Kern Rosenheims bildet sich um die Kirche Sankt Nikolaus, unmittelbar neben dem Anwesen. Aus dieser Zeit der Spätromanik und Frühgotik stammt der heutige Gewölberaum mit seinem mächtigen Kreuzrippengewölbe.
  • 1580Martin Papin, erster urkundlicher EigentümerDer Bierbrauer und Maurer aus Bissone hat anfangs große Schwierigkeiten, in Rosenheim Fuß zu fassen, und entwickelt sich dann als Handelsmann und Schiffsherr zu einem angesehenen Geschäftsmann.
  • 1641Der große StadtbrandDas Feuer zerstört weite Teile Rosenheims und beschädigt große Teile der Bausubstanz.
  • 1642Großzügiger WiederaufbauDas Anwesen wird nach dem Brand umgebaut und erweitert.
  • 1745Stuckfassade im frühen RokokoDas Haus erhält seine einzigartige Fassade mit zahlreichen Kartuschen, Bandlwerk und Rocaillemotiven, die bis heute erhalten ist.
  • 1782Franz Joseph Santa erwirbt das AnwesenDer Weinhändler aus Bozen kommt vermutlich über den Handelsweg der Inn-Schifffahrt nach Rosenheim und erwirbt das gesamte Anwesen.
  • 1836Die Familie Fortner übernimmtÜber mehrere Generationen bewirtschaftet die Familie Fortner das Haus bis 1982, durch die Deutsche Revolution 1848/49, die Gründerzeit und beide Weltkriege hindurch. Ihr verdankt das Anwesen seinen heutigen Namen.
  • 19. Jh.Aufstockung in der BlütezeitRosenheim erlebt eine wirtschaftliche Blütezeit. Die damaligen Besitzer erhöhen das Gebäude um ein weiteres Stockwerk.
  • 2005GeneralsanierungDas Wohn- und Geschäftshaus wird generalsaniert. Im Innenhof entsteht ein überdachter, beheizbarer Anbau.
Kartusche der Stuckfassade im frühen Rokoko, um 1745

Zeugen lebendiger Stadtgeschichte

Nicht nur die Baugeschichte weckt historisches Interesse. Auch die 450-jährige Geschichte der Eigentümer verlief mit zahlreichen Höhen und Tiefen abwechslungsreich und repräsentativ für die Rosenheimer Stadtgeschichte.

Zwei Familien haben das Haus über Jahrhunderte geprägt: Franz Joseph Santa aus Bozen, der das Anwesen 1782 als Weinhändler erwarb, und die Familie Fortner, die es von 1836 bis 1982 über mehrere Generationen bewirtschaftete und dem Haus seinen heutigen Namen gab.

Gäste aus vergangenen Zeiten

Der Max-Josefs-Platz – früher als innerer Markt und Schranne bekannt – gilt heute mit seiner Fußgängerzone als die „gute Stube“ der Stadt. Schon seit dem 16. Jahrhundert kamen Menschen aus Nah und Fern in dieses Haus. Die Reihe der illustren Gäste reicht von Herzog Maximilian I., der 1623 Kurfürst von Bayern und der Pfalz wurde, bis zum bayerischen Landesvater Franz Josef Strauß.

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